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Montag, 10. August 2015

Mahmoud

Mahmoud, 27 Jahre, hat eine Firma, die mit Lebensmittel handelt. Er muss aber auch in den beiden Firmen seines Vaters mitarbeiten, in der Baustoffbranche. Letzte Woche hat sein Vater ihm eröffnet, er möge sich doch von seiner eigenen Firma trennen. Denn Mahmoud arbeitet 7 Tage in der Woche in großer Hektik. Und seine Manager-Aufgaben könne man keinem Angestellten übertragen, weil es doch um viel Geld ginge und man Fremden nicht trauen könne.
Beim ersten Treffen fahren wir, seine zauberhafte Frau und deren Bruder, nach Abbas Abad, einem Hügel oberhalb der Stadt. Er schwärmt mir von der guten, kühlen Luft dort und dem schönen Ausblick, weil die Stadt so stickig und heiß sei, während wir mit tausend anderen Fahrzeugen im Stau stecken auf dem Weg in die Freiheit. Aber man soll sich nicht den Kahlenberg vorstellen oder das Kreuzbergl und deren beschauliche Anhöhen. Wir kreisen eine halbe Stunde für einen schuhlöffelgroßen Parkplatz, schleppen dann Decken und Körbe mit Essen durch Spaliere von am Boden lagernde Familien, begleitet von einem Riesenjahrmarkt mit fröhlichen Menschen, Verkaufsständen, Bratbuden, Zuckerwatte, Popmusik aus Lautsprechern und herumtollenden Kindern, und finden schließlich ein Plätzchen auf den metergroßen Stufen oberhalb des Paintball-Spielplatzes. Früher hatte Mahmoud dort Rollhokkey gespielt in der Nationalmannschaft, nun hat er den Sport aufgeben müssen wegen Zeitmangel.
Am folgenden Abend sitzen wir auf der Terrasse des großelterlichen Gartens, wieder auf einer am Boden ausgebreiteten Decke, und essen mit von Nadire zubereiteten Aufstrich gefüllten Sandwich in der lauen Abendluft, während alle paar Minuten Mahmouds Handy läutet, seine Großmutter vom Balkon etwas einwirft oder ihm etwas einfällt, das er Nadire noch sagen muss. In dieser Zeit sprechen wir von der heutigen Wirtschaftspolitik des Iran, die deutlich besser wäre als bei der letzten Regierung, (Am nächsten Tag, im Hallenbad, erfahre ich, dass sein Onkel Erziehungsminister in der Regierung ist. Deshalb kommen wir so billig ins Hallenbad der Universität von Hamedan, welche die beste und begehrteste des Landes und wahrscheinlich der ganzen Welt ist. Sein Schwager studiert hier) den Importen aus China und Türkei, dem Zahnarztlabor seiner Frau, dem Ruf von Zahnärzten im Iran, angebotenen billigen Zahnkorrekturen, und wie zur Bestätigung lächelt sie sympathisch übers ganze Gesicht. Danach fahren wir nochmals nach Abbas Abad und gehen eine Runde um die Anhöhe. Ich sehe die Felsenstelle, an der Darius´ steinerne Keilschrifttafel war, bevor sie ins Museum gebracht wurde, und übermütige Männer dort bloßfüßig herumklettern, sehe aber die in den Felsen gebaute Shoppingmall nicht mehr, da sie zur großen Enttäuschung Mahmouds zu dieser Nachmitternachtsstunde bereits gesperrt ist. Diesmal sitzen wir auf einer abschüssigen Steinbank, ich bekomme den Platz zwischen den jungen Eheleuten und rutsche ständig nach der Seite ab. Auf den Knien balancieren wir eine Dose mit Keksen aus Isfahan, die Thermosflasche mit Tee, Porzellanschalen und die Smartphones, und nun gelingt es mir erstmals, Bilder aus meiner Heimat zu präsentieren.

Am nächsten Morgen werde ich von Reza zum Frühstück abgeholt, um 7 Uhr. Es geht zur großen Überraschung: nach Abbas Abad, das erstaunlicherweise sehr ruhig und aufgeräumt ist.

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Sonntag, 13. September 2009

Vom persischen Übermut

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//www.youtube.com/watch?v=EqFczn7YSuY

Hatten wir ein Philosophenvolk erwartet, das Hafis und Saadi versweise im Mund spazieren führt?
Und damit aufgezwungne Schleier unterträumen -
Nun, die Klagen, die wir hörten, waren handfest:
Arbeitsplätze, mehr Verdienst, und westliche Konsumgüter
Von Büchern sprach mir niemand, doch Filme sah ich: traurige, verzweifelte,
als wärens stets dieselben: Liebe und Enttäuschung, Hass und Schwerenot.
Also doch noch Literatur, im Bus.

Welches Land hat eine sehr gute Politik?,
fragt mein Lehrer Majid, um klarzustellen,
dass er sich nicht beklagen will.
Politik hat nicht Vater oder Mutter -
doch zum Leben braucht er seine Familie.
Auswandern wollen viele Junge, nach Deutschland oder Kanada.
Aber heimatlos möcht er nicht sein.

"ta'arof " war das Wort, das er mich gelehrt hat:
Wenn ein Perser ablehnt, was du ihm anbietest,
ob Hilfe oder Geld: vielleicht aus Scham,
aus Höflichkeit. Doch gib nicht zu schnell auf
und zieh das Angebot nicht gleich zurück,
sonst ist er grad beleidigt.
Komplizierte Formen.
Wie die Schnörkel an den Wänden.

Wer stellt sich Menschen unter Diktaturen
traurig vor?
Geschäftig, war mein Eindruck,
eilig hinter kleinen Zielen her.
Oft mit einem Karren, meistens mit dem Auto -
das allein ist schon ein eigenes Kapitel! -
und noch öfter mit dem Motorrad.
Davor bist du nirgends sicher,
am wenigsten am Gehsteig.

So mussten wir vom ersten Tag an
ausweichen
und aufpassen.

Und wenn du aufmerksamer schaust:
mit der Geschäftigkeit
ist es gar nicht soweit her.

Nein, fröhlich waren sie!
Ja fröhlich, übermütig
und oft auch einfach: müde/


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Rumi

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Meines Herzens Zustand zu beschreiben, war mir ein Bedürfnis.
Das blutende Herz, die Tränen wurden zum Hindernis.

Verschlossen die Lippen, zerbrochen das gesagte Wort, jüngst.
Der Gedankenpokal zerschmetterte, wie Glasscherben wurde ich.

Stürmisch ist das Meer, die Wellen zertrümmern große Schiffe.
Hilflos, ohne Hände, ohne Füße in einer Jolle sitze ich.

Die Wellen, übermächtig, zerschlugen mein Schiff. Gutes wie Schlechtes verschwanden.
Voller Ohnmacht umarmte ich leichtgewichtig den zerborstenen Rumpf.

Weder oben noch unten bin ich. Wo bin ich? Wo bin ich?
Die Wellen tragen mich, bisweilen zu den höchsten Höhen, bisweilen zu den tiefsten Tiefen.
Wenn ich weiß: "Ich in nicht, bin ich", doch so viel weiß ich: "Wenn ich bin, bin ich nicht."
Glaube mir: "Wenn ich nicht bin, bin ich."


Maulana Dschalaladin Rumi

Ohne Worte werde ich mit dir reden.
Unhörbar für alle Ohren werde ich sprechen.
Nur deine Ohren hören die Worte, die ich sage,
Die ich laut in die Menge rufe.



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Bin ich mit dir, Liebe raubt mir den Schlaf.
Bin ich ohne dich, Trauer raubt mir den Schlaf.
Oh Gott, beide Nächte bin ich wach!
Schau, welch ein Unterschied zwischen wach und wach.



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Omar der Zeltmacher

Wenn längst wir nicht mehr sind, wird sich dies Weltrad drehn,
Wenn unsre Spuren längst im Sand der Zeit verwehn.
Einst waren wir noch nicht - und´s hat nichts ausgemacht;
Wenn einst wir nicht mehr sind - wird´s auch noch weitergehn.

***


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Als ich noch in der goldnen Jugend stand
Schien mir des Daseins Rätsel fest bekannt.
Doch jetzt, am Schluss des Lebens, seh´ich wohl,
Dass ich von allem nicht ein Wort verstand.


***


Was hat es Dir genützt, dass ich gekommen?
Was hilft´s dir, wenn Du einst mich fortgenommen?
Ach, keines Menschen Ohr hat je vernommen,
Wozu von hier wir gehn, wozu hierher wir gekommen.


***


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Der Welt Geheimnis wirst du nicht ergründen,
Das Wort, das keiner fand, wirst du nicht finden.
Schaff dir mit Wein ein Erdenparadies!
Ob´s dort ein Paradies gibt, wird sich finden.


***


Was heut´hierher mich trieb? Ich sag´es unverhohlen:
Ich hatt´in der Moschee ´nen Betteppich gestohlen,
Der ist jetzt alt und schlecht, drum kam - ein seltner Gast -
Ich heute wieder her, ´nen neuen mir zu holen.


***


In Kirchen und Moscheen und Synagogen
Wird man um seiner Seele Ruh´betrogen.
Doch dem, der der Natur Geheimnis ahnt,
Wird keine Angst vorm Jenseits vorgelogen.


***


Da doch nur eintrifft, was Er zugelassen,
Wie magst du da noch große Pläne fassen?
Lad dir nicht mehr auf, als du tragen kannst;
Zuletzt heißt´s doch nur: gehn und gehen lassen. -


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***


Geht es dir gut, so ist´s nur Gottes Huld;
Und geht´s dir schlecht, bist du daran nicht schuld.
Ohne dein Mittun wird die Welt regiert,
Drum gibt´s nur eine Weisheit, die Geduld!



***


Ihr sagt, es schmachtet einst im Höllenbrand,
Wer hier an Lieb´und Wein Gefallen fand. -
Das kann doch nicht so sein, sonst wäre ja
Das Paradies so leer wie meine Hand.


***


Ich trinke nicht aus bloßer Lust am Zechen,
Noch um des Korans Lehre zu durchbrechen,
Nur um des Nichtseins kurze Illusion! -
Das ist der Grund, aus dem die Weisen zechen.


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Samstag, 12. September 2009

Shiraz

Das sind die Kostbarkeiten dieser Erde:

Ein Saitenspiel, ein Becher Weins, ein Tanz
Schlankbeiniger Mädchen, einer Liebsten Gunst
Und dann ein Schweigen - ja, ein tiefes Schweigen.

Hafis


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Freitag, 11. September 2009

In den Gärten von Isfahan

Du sagtest: "Komm, dort ist Frühling. Es lacht der Garten.
Leuchtende Kerzen, Wein und die Schönen, die auf dich warten."
Bist du dann dort, bedarf ich ihrer nicht.
Bist du dann dort, werde ich nur deine Nähe achten.

Maulana Dschalaladdin Rumi



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Mittwoch, 2. September 2009

Mashhad

Nachdem die Mannschaft die Pruefungen erfolgreich bestanden hatte, war fuer die verbliebenen Tage noch ein Wunsch frei, und die Wahl fiel auf die sagenhafte heilige Stadt im Osten des Iran. Die Schiiten, die Mohammeds Schwiegersohn Ali verehren, der von seinen muslimischen Widersachern ermordet wurde, und die deshalb einen Sinn fuer Maertyrer und Leiden hatten, gedenken hier des achten Imam Reza, der von Kalif Ma'mun im Jahr 809 vergiftet worden war. Er wurde in Sinabad begraben, ueber dem Grab ein Mausoleum errichtet, spaeter ein grosses Heiligtum und eine ganze Stadt - heute ist Mashhad die zweitgroesste Stadt Irans.
Zur Zeit des Abendgebets herrschte eine Spannung vor, und die Waerter gaben acht, dass wir unsere Habseligkeiten, und vor allem die Fotoapparate abgaben und eine Fuehrung bekamen. Ein freundlicher Herr leitete dann die kleine Touristenschar durch den riesigen Pilgerstrom in ein Nebengebaeude, wo uns ein Touristenfilm von der Stadt gezeigt wurde - anschliessend waren wir frei und besichtigten die den Unglaeubigen zugaenglichen Hoefe und Iwane. Die vielen Waerter waren mit den zu Exaltationen neigenden Pilgern ausreichend beschaeftigt. Frauen scheinen hier in der Mehrheit zu sein, ueberall ihre schwarzen Gewaender und ernsten Blicke. Die meisten Betenden kuemmeten sich wenig um gemeinsame Vorgaenge oder um die Worte des Predigers, sondern verrichteten in jedem Hof, auf Teppichen, in Gaengen ihre Gebete, mit dem Kopf die Tonscheibe aus der Erde von Mekka beruehrend, ganz fuer sich, Frauen wie Maenner.
Und in aehnlicher Ergriffenheit von der Schoenheit der Gesaenge und der Rankenmuster auf den Arkadengaengen, der kollosalen Proportionen der Hoefe und der mit Gold ausgelegten Gebetsnischen, der mit Glasspiegeln gleich Mosaiken ausgekleideten Grabbauten und der Goldkuppeln, wurde ich von Menschenstroemen erfasst und bald in diesen Hof und bald durch jenes Tor getrieben, immerhin noch soweit bei Sinnen, da und dort aus einem schattigen Winkel ein Foto zu machen, da auf wundersame Weise zwar der Fotoapparat mit der ganzen Tasche abgegeben wurde, eine Kanera aber in der Hosentasche verblieben war. Und so kam es, dass wir am Hoehepunkt der Reise gaenzlich verschwanden, zunaechst einmal fuereinander, denn im Gewuehl hatten wir uns wieder einmal aus den Augen verloren, aber dann auch aus der Welt des Unglaubens, denn wie mit neuen Augen staunte ich ueber die praechtigen Hoefe und Kuppeln, deren Anblick allein den wahren Glaeubigen vorbehalten ist, die das Paradies und sein Abbild schauen duerfen/


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Koenigsstadt Susa

Hinaustretend in die Koenigsstadtm waehnte ich mich zuerst in einer schlafenden Wildweststadt (die uns ja immer zuwenig heiss und staubig vorgefuehrt wird) mit heruntergezogenen Rollbalken und doesenden Cowboys.
Und hier war es, in der Residenz von Darius und Kyros, der Koenige der Koenige, eingeritten koenigsgleich wie auf Pferden, wo sich mir unausloeschlich der Gestank der Kanaele einpraegte, die, hierorts faulig bewaessert, die Gehsteige enthang verliefen und in das Fluesschen muendeten, das erste wasserfuehrende, das ich sah. (Spaeter wuerde ich den Gestank ohne hinzusehen auch in Mashhat sofort wieder erkennen).
Am Gelaende des alten Susa hingegen war wenig zu sehen. Die Franzosen hatten gruendlich aufgeraeumt. Fuer ihre Ausgraeber hatten sie eine wuchtige Ziegelburg aufgerichtet, die fortan auf den Touristenplakaten erscheint, von den Funden aber das meiste ins Pariser Louvre abtransportiert und nur wenige Truemmer zurueckgelassen (da waren sie gruendlicher als die Mongolen). Diese waren im Museum hinter Scheiben aufgebahrt oder ueber die Flaeche des ehemaligen Darius-Palastes verteilt, nichts davon hoeher als einen Meter. Am wohlsten war mir beim Streifzug durch die gegenueber liegenden Sandduenen: da liess sich an Daniels Loewengrube denken - jenes unerschrockenen und angesehenen Propheten, der am Hof Nepukadnezars grosses Ansehen genoss und im Land des Artaxerxes lebte - und auch ein Grab zurueckliess, knapp unterhalb des Koenigspalastes.

In Haft Tepe sind Reste elamitischer Tempel zu sehen - aber in Choqa Zanbil steht der Turm zu Babel! - oder jedenfalls das, was zurueckblieb, nachdem Gott die Sprachen der Menschen verwirrte. Unser Respekt vor dem Zikkurat wurde durch die Hitze, die Stille und Abgeschiedenheit, durch den Scheich, der uns an sicherlich verbotene Orte auf dem Bauwerk hinter der Absperrung, aber auch durch den wartenden Taxifahrer vergroessert: besondere Entdeckungen von der Groesse und Kleinheit des Menschen.

Etwas spaeter wurden wir mit vollem Gepaeck an einer Halde an der Autobahn zwischen Shush und Ahvaz gesehen, anscheinend trotzig auf einen Bus wartend, von dem alle versicherten, er halte hier nicht. Nach der eigenmaechtig festgesetzten Wartestunde sollen wir aufgegeben und in ebendas seit einer Stunde dort wartende Taxi gestiegen sein und den festgesetzten Preis nach Ahvaz gezahlt haben, ohne zu handeln - dafuer aber bis zum Reisebuero gebracht worden sein, wo die naechste (und letzte) Etappe zu planen war. Aber die koenigliche Bestimmung ereilte uns vollends erst am Abend dieses Tages, als ein Freund unbekannter Freunde sich telefonisch meldete und sich und sein Haus als Quartier anbot - und kurz darauf leibhaftig unter uns erschien. Und wirklich thronten wir bald koenigsgleich an einer Festtafel, die uns Shomalis Mutter und Schwestern umsichtig und liebevoll bereitet hatten. Die ganze grosse Familie war angetreten und breitete ihre Fotoalben vor uns aus, zusammen mit den koestlichsten Leckereien, die Shomalis Mutter gebacken hatte/

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Dienstag, 1. September 2009

Teheran Hauptbahnhof

Schon hierherzukommen, Hauptbahnhof Teheran, ist erklaerungsbeduerftig, wir wollten ja nach Shush, auch wenn uns niemand geglaubt hat, dass es da etwas Interessantes gibt. Auch war es nicht moeglich, vor der Abreise zu erfahren, ob es ueberhaupt einen Anschlusszug geben wuerde, und ob Plaetze zu bekommen waeren.
So trappelten wir um 7 Uhr morgens zwischen geschaeftigen Leuten ueber eine Fussgaengerbruecke in die Bahnhofshalle und suchten einen Fahrkartenschalter: doch ganz so einfach ist es nicht. Unter dem Titel "Waiting List" gelangten wir mit unseren Rucksaecken in den oberen Stock und fanden eine quer durch den Saal reichende Warteschlange vor einem geschlossenen Schalter. Ab hier waren die Aufschriften nur mehr in Farsi. Nach einigem Herumfragen schickte man uns an der Warteschlange vorbei zu einigen Beamten, die uns wirklich zum Schalter fuehrten. Um Punkt 8.23 kam dienstbeflissen die Beamtin und begann ohne besondere Eile, dafuer gewissenhaft die Fenster zu oeffnen, den Computer zu starten und die Kolleginnen im anderen Raum zu begruessen. Inzwischen war es zu Tumulten gekommen in der Warteschlange wegen unserer Bevorzugung, und ein Polizist trat zu uns, um fuer Ordnung zu sorgen. Ich erklaerte unser Anliegen, einen Zug nach Shush zu bekommen, sie tippte etwas in die Maschine, fragte nach meinem Namen und haendigte mir einen in Farsi beschriebenen Kassazettel aus. Danach wurden wir in den Nebenraum geschickt, wo wir warten sollten, bis unsere Namen aufgerufen wuerden. Die drei wechselweise besetzten Schalter waren vom Warteraum abgetrennt und durch zwei Drehkreuze zugaenglich, jeweils eines zum Kommen und Gehen. Das war aber nicht erkennbar und musste von jedem einzelnen Bahnkunden herausgefunden werden, und die meisten versuchten, sich gegen die Drehrichtung durchzuzwaengen. Fast alle Fragenden wurden wieder zurueckgeschickt und nahmen nach einigen Rueckfragen dann neben uns Platz - so lange, bis die ganze Warteschlange heruebergekommen war.
Dann wurde ich durchs Drehkreuz gewunken. Ich brachte erneut mein Anliegen vor, zugleich mit zwei oder drei anderen Bahnkunden, und durfte zwischen zwei Zuegen waehlen. Valentin hatte inzwischen die Paesse herangebracht, unsere Namen wurden auf Farsi eingetippt, und wenige Minuten spaeter hielt ich alle drei Fahrkarten in der Hand, etwas zerknittert und schraeg aus dem Lochstreifendrucker herausgerissen, und triumphierend zogen wir mit den Karten eine Runde um den Wartesaal, bevor wir durch die Glastuere zurueck kamen und Tobias erloesten, der die ganze Zeit unser Gepaeck bewacht hatte. Ein ganzer langer Vormittag im Bahnhofsrestaurant stand uns bevor/
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